Faszien-Faszination, fasziale Osteopathie und Faszien-Power-Pose

Faszien-sind-Bindegewebe

Fasziale Osteopathie — Die Behandlung
von Faszien.

Es gibt in der Osteopathie drei Bereiche:

  • Die parietale Osteopathie, die sich mit den Knochen, Gelenken und Muskeln beschäftigt
  • die kraniosakrale Osteopathie (auch craniosacrale Osteopathie), die sich vor allem mit dem Kopf und dem Kreuzbein (damit auch dem autonomen Nervensystem) auseinandersetzt
  • die viszerale Osteopathie, die sich mit der Lage und Bewegung der Organe beschäftigt.

Die Faszien sind das Bindegewebe, das die drei Aspekte der Osteopathie und darüber hinaus den ganzen Körper miteinander vernetzt und verbindet.

Fasziale Osteopathie — Definition Faszien

Die aktuelle wissenschaftliche Definition von Faszie, festgehalten 2007 auf dem ersten internationalen Fascia Research Congress, ist: „Zu den Faszien gehören alle kollagenen und elastisch-faserigen Bindegewebe, insbesondere Gelenk- und Organkapseln, Bänder, Muskelhüllen, Membranen, Sehnen, Retinacula (ringförmige Haltehüllen), sowie die eigentlichen Faszien in der Gestalt von flächigen, festen Bindegewebsschichten.“

Was mir selber, zumindest die hüllenartige Eigenschaft der Faszien klar gemacht hat, ist folgendes Bild: Sie erinnern sich, als Sie das letzte Mal in der Küche ein Stück Fleisch vom Metzger bearbeiteten? Sie sehen diese weißen zähen Membranen vor sich, die das Fleisch durchlaufen und umhüllen? Faszien! Das können Sie sich jetzt noch in größer vorstellen:Eine Faszie umgibt Sie tatsächlich von den Fußsohlen über den gesamten Rücken, um den Kopf herum bis zu den Augenbrauen. Und kleiner: Ihre hochsensiblen Nerven sind ebenfalls von Faszien umgeben.

Was Faszien für mich besonders interessant macht: Faszien können als Spiegel unserer psychoemotionalen Gefühlslage gesehen werden. In der Integrativen Körperpsychotherapie nach Jack Lee Rosenberg wird davon ausgegangen, das vor allem pränatale und perinatale Erlebnisse nicht im Gehirn, sondern im Körper gespeichert werden. Und wenn das, dann wo sonst als im Bindegewebe?

Der Traumatherapeut Peter Levine geht sogar ganz konkret davon aus, dass traumatische Erlebnisse im Bindegewebe gelagert werden und im Amerikanischen gibt es unter Bodywork-Experten den Satz „the issue is in the tissue“. Das Thema ist im Bindegewebe. Was für Themen stecken in Ihrem Bindegewebe?

Die Faszien-Power-Pose (inspiriert von Robert Fulford D.O. und Amy Cuddy Ph.D.)

Der Osteopath Robert Fulford entwickelte fünf Übungen zur Verbesserung der Brustkorbmobilität. Die zweite dieser Übungen, speziell für Halsfaszie und Schulterregion, hat definitiv Parallelen zu der Star-Pose, die die Sozialpsychologin Amy Cuddy zur Erhöhung des Testosteronlevels und Senkung des Cortisolspiegels empfiehlt. Zum Beispiel, um sich auf Vorstellungsgespräche vorzubereiten.

  1. Stellen Sie sich auf, die Füße schulterbreit und parallel auseinander.
  2. Heben Sie die Arme seitlich bis waagerecht auf Schulterhöhe.
  3. Die linke Handfläche zeigt nach oben, die rechte Handfläche nach unten.
  4. Atmen Sie nun Ihrem eigenen, vertieften und verlangsamten Rhythmus ein und aus und schauen Sie geradeaus.
  5. Bleiben Sie mindestens zwei Minuten in dieser Haltung. Mental bei Atmung und Körpererleben bleiben.

Bonus-Power-Tipp:

Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie, haben Ihre Gedanken auch bei der Power Pose direkten Einfluss auf Ihre Stresswerte und damit die Wirksamkeit der Übung.

Wenn Sie während der zwei Minuten also überhaupt an etwas „denken“ wollen, dann bitte an Ihre positiven Ziele, schöne Landschaften oder wen und was Sie lieben.

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