Humor, Lachen, Zwerchfell und Gender

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Männliches Lachen nimmt Raum.
(Bild von JungMinLee auf Pixabay)

Wissenschaftlich werden zwei Hypothesen viel diskutiert:

  • Humor und Lachen ist eine ganzheitliche Aktivität. Denn Körper, Geist und Seele beeinflussen sich gegenseitig.[1][2]
  • Wie viel Raum Männer und Frauen bei gleicher physischer Größe in ihrer Umwelt einnehmen, ist generell unterschiedlich. Denn häufig nehmen Männer mehr Raum ein als Frauen. Das drückt sich auch darin aus, wie sie sitzen oder stehen.[3][4]

Lachen und Wissenschaft

Humor und Gender ist durchaus ein Thema in der Wissenschaft. Eine Frage wurde bislang jedoch nicht wissenschaftlich untersucht. Nämlich, ob Frauen auch beim Lachen weniger körperlich-physikalischen Raum einnehmen. Und wenn dem so sein sollte: Wie machen sie das? Indem sie – bewusst oder unbewusst – ihr Zwerchfell anspannen? Das Zwerchfell gilt als der wichtigste Einatem-Muskel.[5] Und, zumindest sprichwörtlich, als der Lachmuskel.

Lachen und Zwerchfell in der Osteopathie

Osteopathie ist eine eigenständigen Form der Medizin. Inzwischen ist sie auch in Deutschland wissenschaftlich so etabliert, dass sie von vielen Krankenkassen anerkannt ist. In der Osteopathie kann das Zwerchfell als blockiert und in biomechanischer Dysfunktion diagnostiziert werden[6]. In solchen Fällen bieten sich, aus Sicht einer OsteopathIn, verschiedene Techniken an, um das Zwerchfell zu befreien. Denn die Behandlung der Muskeln und Faszien in dieser spezifischen Umgebung ist möglich.[7] Die Effektivität dieser Behandlung wiederum kann gemessen werden. Wie  hoch ist die Beweglichlkeit des Zwerchfells vorher und nachher? Was zur Forschungsfrage führt:

Lachen und die Forschungsfrage

Hat das Geschlecht Einfluss auf die Beweglichkeit des Zwerchfells. Und wenn ja: Beeinflusst dieser Unterschied wie wir Lachen ausdrücken (ein herzhaftes männliches Lachen gegen ein weibliches Kichern?)? Und beeinflusst dies wiederum, wie wir die Witzigkeit eines Witzes bewerten? Hat irgendeine dieser Antworten vielleicht sogar damit etwas zu tun, für wie groß wir unseren eigenen Sinn für Humor einschätzen? Liebe Jung-AkademikerInnen, liebe Studierenden, bitte nehmt Euch dieser interessanten Frage für Eure Doktorarbeiten und Habilitationen an. Die Welt braucht mehr Wissen und mehr Lachen.

 

[1] Foot, Hugh C. & Chapman, Anthony J.. . 1996. Humor and Laughter: Research, Theory and Applications. Piscataway, NJ: Transaction Publisher. 123-126.

[2] Haig, Robin Andrew. 1988. The anatomy of humor: Biopsychosocial and therapeutic perspectives. Springfield, IL: Thomas.

[3] Payne, Kay E.. 2001. Different but Equal: Communication between the Sexes. Westport, CT. 133.

[4] Aiello, John R. & De Carlo Aiello, Tyra. 1974. The development of personal space: Proxemic behavior of children 6 through 16. Human Ecology 2. 177-189.

[5] Richter, Philip & Hebgen, Eric. 2006. Triggerpunkte und Muskelfunktionsketten. Stuttgart, Germany: Hippokrates. 89.

[6] Richter, Philip & Hebgen, Eric. 2006. Triggerpunkte und Muskelfunktionsketten. Stuttgart, Germany: Hippokrates. 26.

[7] Strunk, Angelika. 2012. Fasziale Osteopathie: Grundlagen und Techniken. Stuttgart, Germany: Haug.

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