Hypnose und Osteopathie— drei unerwartete Gemeinsamkeiten

Hypnose-Hypnotherapie

Tiefer und tiefer:
Sehen Sie die Gemeinsamkeiten?

Große Macht übt das richtige Wort aus. Immer, wenn wir auf eines dieser eindringlichen, treffenden Worte stoßen, ist die Wirkung physisch und geistig — und blitzartig spontan. Mark Twain

An was denken Sie, wenn Sie die Begriffe Hypnose einerseits und Osteopathie andererseits hören? Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Ihnen bei Hypnose Bühnenzauber (inklusive charismatischem Hypnotiseur!) einfällt. Und bei Osteopathie bestenfalls Rücken. Als könnten diese beiden Welten nicht weiter voneinander entfernt sein. Sie werden sich wundern:

1. Herkunft und Einfluss.

Der Mesmerismus, benannt nach dem österreichischen Arzt Franz Anton Mesmer, gilt als eine Vorstufe der Hypnotherapie. Denn hinter der Wirkung des sogenannten animalischen Magnetismus wurde im Laufe der Zeit vor allem die Suggestivkraft bestätigt. Während Mesmer zwischen 1734 und 1815 in Europa lebte, kamen seine Theorien auch nach Amerika. Sie wurden dort von dem Landarzt Andrew Taylor Still (1828-1917) interessiert betrachtet. Sie hatten dann einen gewissen Einfluss auf die Osteopathie, die Still entwickelte.

2. Berührung und Suggestion.

Eine Osteopathin arbeitet mit ihren Händen. Das macht diese sanfte Form der Komplementärmedizin Osteopathie (Osteo: Knochen, pathos: Leiden) gelegentlich zur Knochenarbeit. Und ein Hypnotiseur, eine Hypnotiseurin? Er oder sie wird die Gelegenheit zur Berührung, hoffentlich vorher angekündigt, nutzen, sobald sie sich ergibt. Ob eine leichte Berührung an der Schulter. Oder, schon oft gesehen, ein unerwarteter Griff in den Nacken kombiniert mit der Suggestion: „Schlafen“.  Die „mesmerischen Zonen“ begleiten und ersetzen Worte. So wie eine Osteopathin auch achtsam bezüglich der Wortwahl ist. Der eigenen und der der PatientInnen. Denn Worte haben definitiv Wirkung. Bestenfalls eine positive.

3. Die Einzigartigkeit der Person.

Die moderne Hypnosetherapie geht, so wie die Osteopathie, nicht von einer Norm aus, der sich PatientIn zu fügen hat. So vergleicht die Osteopathin lediglich die Funktionen der Teile einer Körperseite mit denen der anderen Körperseite. Zum Beispiel die rechte Beckenhälfte mit der der linken. Der Körper wird als Ganzes betrachtet. Ganz individuell. Keine Behandlung gleicht sich. So wie der Meister der Hypnosetherapie, Milton Erickson, für seinen Berufsstand formulierte: „Jede Person ist ein einzigartiges Individuum. Deshalb sollte die Psychotherapie so gestaltet werden, dass sie den einzigartigen Bedürfnisse des Individuums begegnet. Und nicht die Person so zurechtschneidert, dass sie in das Prokrustesbett einer theoretischen Hypothese über das menschliche Verhalten passt.“

Dieser Meinung schließe ich mich gerne an. Und Sie?

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