Wie Osteopathie und lösungsfokussiertes Coaching verwandt sind

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„Die Komplexität der Philosophie ist
nicht die ihrer Materie, sondern,
die unseres verknoteten Verstandes.“
Ludwig Wittgenstein

Die Osteopathie gilt als ganzheitliche Form der Medizin. Ganzheitlichkeit bezieht sich, aus meiner Sicht, auf Körper, Seele, Geist. Doch gehen Sie aus Trauer darüber, dass Ihnen Ihr Mann oder Ihre Frau weggelaufen ist, als erstes zu einer Osteopathin? Oder weil Sie vor der schwierigen Entscheidung stehen, ob Sie ein besonders schwieriges und unpassendes Exemplar nicht besser verlassen? Oder weil Sie sich statt eines Jobs einen Beruf wünschen? Wohl kaum.

Der Ganzheitlichkeitsbegriff der Osteopathie umfasst vor allem den Körper

Zu dem ganzheitlichen osteopathischen Wissen zählt unter anderem:

  • Wie die aus Kopf und Wirbelsäule austretenden Nerven die Organe beeinflussen.
  • Wie die Faszien die Körperteile verbinden.
  • Wie ein Symptom an einem Körperteil durchaus die Ursache an einem anderen haben kann.
  • Wie das Nervensystem Einfluss auf die Organe nimmt.

Sie haben die Erfahrung gemacht, dass Osteopathie über den Körper hinaus wirkt? Sie könnten recht haben. Denn natürlich kann Berührung und geschult veranlasste An- oder Abregung des Nervensystems auch seelisch angenehm sein und geistig beruhigend wirken. Schließlich sind Herz und Hirn ja auch Teil des Körpers.

Lösungsfokussiertes Coaching — Räume im eigenen Kopf öffnen

Würden Sie sich wegen einer saftigen ISG-Blockade coachen lassen? Wegen Spannungskopfschmerzen oder Tinnitus? Vermutlich nicht. Doch dennoch ist, aus meiner Sicht, lösungsfokussiertes Coaching* nicht reine Kopfsache. Sondern eine effektiv angewendete Philosophie, die im Dialog Realität wird. Der oder die Gecoachte wird oft Kunde oder Kundin genannt, denn es wird davon ausgegangen, dass er oder sie kundig ist. Kundig genug, Herausforderungen mit eigenen Kräften, Gedanken und Resourcen zu lösen. CoachIn stellt lediglich Fragen. Fragen, die Raum geben und im Kopf von KundIn Dinge und Ideen auftauchen lassen. Die dann wiederum leichter zu eigen gemacht werden. Weil sie ja eigen sind. Und damit — im Gegensatz zu Ratschlägen — leichter umgesetzt werden können.

Salutogenese und Lösungsfokus

So wie sich die Osteopathie auf die Salutogenese (die Entstehung von Gesundheit) fokussiert, ist lösungsfokussiertes Coaching darauf gerichtet, wie die erlebbare Situation ist, sobald das Problem gelöst ist.

Beide Methoden, die eine mit körperlichem, die andere mit kognitivem Schwerpunkt, gehen von der Einzigartigkeit der Person aus. So wird in der Osteopathie nicht mit einem Standard verglichen, sondern zum Beispiel die Funktion des linken Beins mit dem des rechten Beins. Im lösungsfokussierten Coaching nimmt KundIn sich genug Raum und Zeit, zusätzlich energetisch gehalten von CoachIn, um eigene Gefühle, Gedanken, Impulse, Intuitionen und Bilder entstehen zu lassen. Das führt zur Lösung.

Und oft hat die Lösung ja so gar nichts mit dem Problem zu tun. (So wie das Symptom an einer Stelle nicht unbedingt an dieser Stelle auf die Ursache führt.) Oder, wie Ludwig Wittgenstein, Steve de Shazers Lieblingsphilosoph so elegant formulierte: „Der Glaube an den Kausalnexus ist der Aberglaube.“

Am besten Sie testen Osteopathie und lösungsfokussiertes Coaching und ziehen selber die Parallelen.

 

* Basierend auf der von Steve de Shazer und Insoo Kim Berg Ende des letzten Jahrhunderts entwickelten lösungsfokussierten Kurzzeittherapie.

 

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