Psychosomatik – Was ist das? Was bedeutet das für mich?

Seele, Körper, Psychosomatik„Mir schlägt das auf den Magen.“ „Ihm sitzt die Faust im Nacken.“ „Er beißt die Zähne zusammen.“ Du kennst solche Begriffe. Schon sie spiegeln, dass Körper und Seele als miteinander verbunden gesehen werden können. Zumindest das eine als Bild für das andere stehen kann. Doch wie wird der Zusammenhang der Psychosomatik in der Medizin verstanden?

Psychosomatik in der Schulmedizin

Psychosomatik wird auch von vielen SchulmedizinerInnen schon lange und weiter zunehmend ernst genommen. Zum Beispiel wurde schon 1962 an der Universität Gießen ein Lehrstuhl für Psychosomatik eingerichtet.

Doch für viele Patienten und PatientInnen fühlt es sich so an, als wisse der Arzt nun gar nicht mehr weiter, wenn er sagt: „Das ist psychosomatisch.“ Eine solche Diagnose klingt dann für viele wie hypochondrisch. Zu Unrecht: Denn Psychosomatik bedeutet nicht das Ende aller Logik und Therapiebarkeit, sondern kann ein Anfang des Entdeckens sein. Nämlich von neuen eigenen Ebenen, klarer werdenden Grenzen und möglichen Zusammenhängen.

Gefahr der vorzeitigen Psychosomatik-Diagnose

Gleichzeitig muss davor gewarnt werden, allzu frühzeitig auf die seelische Ebene zu setzen. Harte Fakten zu ignorieren, um eher unspezifische Metaphern zu deuten. Manchmal ist, so Sigmund Freud, eine Zigarre auch einfach eine Zigarre. Tatsächlich haben Bluttests und andere vorgeschriebenen Gesundheitschecks ihre Berechtigung. Doch wenn dort wirklich alles abgeklärt ist, und vielleicht auch schon parallel dazu, darf sich durchaus mit solch schlauen Worten beschäftigt werden:

„Psychosomatik bedeutet, dass Körper und Seele zwei untrennbar miteinander verbundene Aspekte des Menschen sind, die nur aus methodischen Gründen oder zum besseren Verständnis unterschieden werden. Dies bedingt keine »lineare« Kausalität in dem Sinne, dass psychische Störungen körperliche Krankheiten verursachen. Solches würde zu einem Dualismus führen, bei dem es Krankheiten mit psychischer Genese und Krankheiten mit somatischer Genese gäbe. (…) Ein einheitliches Modell für die Wechselwirkungen zwischen Körper, psychischen Prozessen und Umwelt existiert nicht. Meist werden Teilaspekte beschrieben,  die von unterschiedlichen Theorien aufgenommen werden.“ Axel Schweickhardt

Psychosomatik in meiner Praxis

Dr.Dr.Jack Lee Rosenberg, Autor u.a. von ‚Body, Self & Soul‘, zertifizierte mich in Integrative Body Psychotherapy (IBP). Integrative Körperpsychotherapie. Anschließend machte ich eine fünfjährige Ausbildung in Osteopathie. Deshalb interessieren mich die Wechselfunktionen von Körper und Seele besonders. Denn die meisten Krankheiten sind, laut WHO, heute ohnehin auf negative Stressbelastung zurückzuführen. Ob das nun innere Konflikte, zu viel Arbeitsbelastung, schwierige Beziehungs- oder Familien-Konstellationen sind. Was nicht verarbeitet werden kann oder will, wird in den Körper abgeschoben.  In das Unbewusste. Vorzugsweise ins Bindegewebe, moderner auch Faszien genannt. Deshalb gilt so oft der Satz: ‚The issue is in the tissue‘. Das Thema ist im Gewebe. Ob dem der Füße ocer dem im Rücken, im Kiefer, Magen oder Darm.

Anekdote und Fazit

Abschließend eine Geschichte: Vor einigen Jahren schloss ich eine Fortbildung in ‚Osteopathie für Hals, Nasen, Ohren‘ (HNO) ab. Fortbildungen für Kiefergelenk aus osteopathischer Sicht folgten. Ich spezialisierte meine Praxis in Berlin Steglitz-Zehlendorf auf Psychosomatik gerade in diesen Bereichen. Selber schon seit Kindheit anfällig für HNO-Beschwerden, wollte ich mich selbst auch schulmedizinisch noch mal untersuchen lassen. Während der freundliche HNO-Arzt mir in Hals, Nasen und Ohren schaute, erzählte ich ihm von meinem ganzheitlichen Verständnis, MindBody, BodyMind. Ich endete meinen Vortrag mit den gelassen ausgesprochenen großen Worten: „Körper, Geist und Seele hängen nämlich zusammen.“ Er schaute mich mit seinen blauen Augen an und sagte: „Ja, natürlich. Das ist doch ein System.“ „Da hätte ich mir ja die Puste sparen können.“

Also, ob mit SchulmedizinerIn, HeilpraktikerIn oder PsychotherapeutIn: Wichtig ist, als Person, die eventuelle seelische Zusammenhänge für körperliche Beschwerden erwägt, ein qualifiziertes Gegenüber zu finden. Möglichst eins, das für Psychosomatik qualifiziert offen und gelassen präsent ist.

Deshalb: Nimm hier gerne den Kontakt auf:


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